Ausgabe 04 - 2000berliner stadtzeitung
scheinschlag

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Kurznachrichten

erfolgsmodell

Die neugegründete Wohnungsbaugenossenschaft "Bremer Höhe" ist zuversichtlich, bis Ende April die Wohnanlage in Prenzlauer Berg von der WIP kaufen zu können. Die Genossenschaft ist mittlerweile auf fast 100 Mitglieder angewachsen und hat zinsverbilligte Darlehen der Investitionsbank Berlin und der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Aussicht, mit denen sowohl der Erwerb des Wohnkomplexes zwischen Schönhauser und Pappelallee als auch die Sanierung der 514 Wohnungen und 17 Gewerbeeinheiten finanziert werden kann. Möglich wurde der sich abzeichnende Erfolg durch die Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die ihre Förderstrategie für Eigentumserwerb auch auf Genossenschaften ausgedehnt hat. Ursprünglich wollte die WIP die Bremer Höhe en bloc an den Mietern vorbei dem Großinvestor "Bauverein zu Hamburg" verkaufen. Doch nach öffentlichen Protesten erklärte sich die WIP dazu bereit, die Wohnanlage an die Mieter zu veräußern, wenn diese bis zum 30. April die Kaufsumme aufbringen. Das Erfolgsmodell Bremer Höhe ist schon Vorbild für die nächste Wohnungsgenossenschaftsgründung: Die Mieter des "Wöhlertgartens" in Mitte, den die WBM ebenfalls, ohne die Mieter zu fragen, verkaufen wollte, müssen bis zum 30. Juni das Geld für den Kauf zusammenbringen.

marinus-stein

Der Gedenkstein für Marinus van der Lubbe wurde am 31. März von einem Bauarbeiter auf einem Baustellengelände an der Luisenstraße unter einem Sandhaufen wiederentdeckt. Der am 27. Februar, dem Jahrestag des Reichtagsbrandes, vor dem Deutschen Theater aufgestellte Stein wurde am 11. März von unbekannten Tätern entwendet. Das Deutsche Theater möchte, dass der Stein wieder vor seinem Haus errichtet wird, bis der Senat seinen Widerstand gegen die Aufstellung am Reichstagsgebäude aufgibt, und plant in diesem Zusammenhang für Juni eine Diskussionsveranstaltung. - Überlegungen, den Leichnam von Marinus van der Lubbe von Leipzig nach Leiden zu überführen und ihn dort zu beerdigen, sind nicht, wie im scheinschlag 3/00 berichtet, verwirklicht worden. Vielmehr hat die Familie letzen Endes entschieden, dass der Südfriedhof in Leipzig die letzte Ruhestätte bleiben wird.

rathauspoker I

In der Frage, wo das Rathaus des fusionierten Großbezirks Friedrichshain-Kreuzberg sein wird, konnten sich die Bezirksämter nicht einigen. Nach Abwägung aller Argumente habe keine "zwingend logische Entscheidung" zwischen den Standorten Frankfurter Allee 35/37 und Yorckstraße 4-11 herbeigeführt werden können, schreiben die Bürgermeister Mendiburu und Schulz in einer gemeinsamen Erklärung. Daraufhin habe man sich auf einen Losentscheid geeinigt. Mendiburu warf ein Fünf-Mark-Stück: Das Friedrichshainer Rathaus wird Sitz des künftigen Bezirksbürgermeisters. Die übrige Bezirksverwaltung wird auch weiterhin beide Gebäude nutzen, da die benötigten Räume in näherer Zukunft nicht reduziert werden können, so die Bürgermeister.

trödelaugust

Auf dem großen Hof des Kulturhauses Mitte in der Auguststraße 21 findet am Samstag, den 6. Mai ab 11 Uhr ein Trödelmarkt statt. Kulturinitiativen, Künstler und Kulturschaffende aller Art sind eingeladen, sich zu präsentieren. Eine Bühne wird aufgebaut und der Koch fährt mit der Gulaschkanone schwere Geschütze auf. Anmeldung für Akteure und nicht-kommerzielle Händler unter fon 28 88 44 42.

rathauspoker II

Im künftigen Großbezirk Mitte (Mitte/Tiergarten/Wedding) wird der Bürgermeister im Rathaus Tiergarten residieren und die BVV im Neuen Stadthaus am Molkenmarkt tagen. Um die Besetzung des Bezirksamts wird auch schon gepokert. Die CDU hat für die zwei Stadtratsposten, die ihr zustehen, Mittes Bürgermeister Joachim Zeller und Tiergartens Finanzstadtrat Dirk Lamprecht nominiert. Die Union will eine Zählgemeinschaft mit der SPD anstreben, die jedoch neben dem Tiergartener Horst Porath für das Bauressort auch den Weddinger Rathauschef Hans Nisblé als Bürgermeisterkandidat aufgestellt hat. Weil aber die CDU als stärkste Fraktion das Vorschlagsrecht für den Bürgermeisterposten besitzt, hat Joachim Zeller die besten Aussichten, zumal auch die PDS mit Zeller gut leben kann. Je ein Stadtratsposten steht der PDS und den Bündnisgrünen zu.

aktive gesucht

Am 15. Juli soll im Karree um die Schillingbrücke, die Köpenicker Straße und den Bethaniendamm ein großes Straßenfest stattfinden. In diesem Kiez ansässige Projekte wie das autonome Kulturzentrum "Kpi", die Wagenburg "Schwarzer Kanal" und das "Open Space" wollen damit gemeinsam ein Zeichen für anderes, buntes Leben jenseits von Kommerzdruck und Alltagseinöde setzen. Hierfür werden noch Menschen gesucht, die dieses Event mitgestalten wollen. Deshalb findet am 2. Mai um 18 Uhr ein offenes Treffen im Kulturzentrum "Køpi", Köpenicker Str. 137 statt.

offene redaktion

Wie immer laden wir zum offenen Redaktionstreffen in´s Café Village Voice, Ackerstraße 1a, Nähe Rosenthaler Platz. Über zukünftige Autoren, die z.B. über Stadtpolitik oder Kultur schreiben wollen, freuen wir uns besonders. Aber auch einfach nur Neugierige sind herzlich eingeladen. Das nächste Treffen findet am Samstag, den 6. Mai um 14 Uhr statt. Das turnusmäßige Treffen am Ostersamstag fällt aus.

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  Ausgabe 04 - 2000