Ausgabe 07 - 2000berliner stadtzeitung
scheinschlag

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Kurznachrichten

schlosshochschule Der Wiederaufbau des Stadtschlosses ist nach wie vor fern jeglicher Realität, doch es hat schon ein Run auf die möglicherweise entstehenden Räumlichkeiten eingesetzt. Der Rektor der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Rainer W. Ernst, hat sich mit einer Petition an Kultursenator Stölzl und den Vorsitzenden des Schloss-Fördervereins Boddien gewandt: "Hiermit bitte ich, die Kunsthochschule Berlin Weißensee (KHB) in das Raum- und Bauprogramm des Projektes ÔRekonstruktion des Berliner Stadtschlosses´ aufzunehmen. Gleichzeitig bietet die KHB an, an der gestalterischen Aufgabe zur Errichtung einer zeitgemäßen Kopie des Berliner Stadtschlosses mitzuwirken." Ernst begründet das mit der Raumnot der KHB, ihrem "etablierten Renommee" und dem "historischen Kontext" zwischen Gründung der KHB und dem Abriss des Schlosses. Der Hochschulrektor stellt allerdings Bedingungen: Kein Atelier soll auf den "protzigen" Dom oder auf ein eventuell rekonstruiertes Kaiserdenkmal ausgerichtet sein, außerdem solle der Liebknecht-Balkon nicht in die Obhut der KHB gegeben werden, so Ernst.

ministergärten Im letzten historischen Gebäude an der Voßstraße, dem ehemaligen Reichsbahngebäude in der Nr. 33, zeigt die NGBK noch bis zum 13. August eine Ausstellung über das Gelände zwischen Brandenburger Tor und Leipziger Platz. Mit Videos, Filmaufnahmen, Interviews, Fotos, Grafiken und Plänen wird die Erinnerung an die wechselhafte Geschichte der früheren Ministergärten mit dem Schwerpunkt auf den letzten zehn Jahren dokumentiert. Bis zum 30. August findet jeden Sonntag um 14 Uhr auch eine Führung über das Gelände statt, Treffpunkt Voßstraße 33.

maklerlüge Das ACUD bezichtigt den Makler Matthias Freiherr Teuffel von Birkensee der Lüge. Er habe das ACUD-Haus Veteranenstraße 21 nur für 850000 Mark verkauft und nicht wie behauptet für mindestens 900000 Mark. Für nur 50000 Mark Mehreinnahme - das Angebot des Kunstvereins lag bei 800000 Mark - hat der Makler verhindert, dass der Kunstverein sein Haus selbst kauft. Der Käufer des Hauses ist nach Informationen des ACUD eine Ein-Personen-Gesellschaft, die das Kunsthaus zu Eigentumswohnungen umbauen will. Das ACUD versucht nun, mit dem neuen Eigentümer ins Gespräch zu kommen.

mauerstrip Am 15. Juli soll der Kiez um Köpenicker Straße, Schillingbrücke und Bethaniendamm, wo mit Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg drei Welten aufeinandertreffen, mit einem rauschenden Straßenfest zum Leben erweckt werden. Wo früher die Mauer stand und Menschen trennte, gibt es nun die Chance, dass Leute wie der Ex-Hausbesetzer aus Friedrichshain mit der Oma aus Mitte und die türkischen Kids aus Kreuzberg zusammen feiern können. Damit niemand zu kurz kommt, gibt es ein buntes Programm aus Konzerten, (von Punkrock bis zu Volksmusik aus der ehemaligen UdSSR), Varieté, Theater, Open-Air-Kino und Kinderprogramm. Besonderes Highlights wird sicherlich das Wagenrennen im Stil von "Ben Hur" mit von Muskelkraft gezogenen, selbstgebauten Fahrzeugen sein. Am Sonntag danach wird die Party mit dem "Open Heart"-Streetrave fortgesetzt. VeranstalterInnen dieses Happenings sind das autonome Kulturzentrum "K┐pi", die Galerie "Open Space", das Videokollektiv "AK Kraak" und die Wagenburg "Schwarzer Kanal". Sowohl das Festival als auch der Streetrave beginnen jeweils um 15 Uhr.

gebolze von oben Überraschend hat die Fifa die Fußballweltmeisterschaft 2006 doch an Deutschland vergeben. Berlin legt sich voll dafür ins Zeug, dass das Endspiel im Olympiastadion stattfindet, und hat deshalb schon mit dem 473 Millionen Mark teuren Totalumbau begonnen, obwohl noch nicht klar ist, woher der Senat das Geld dafür nehmen will. Auf den Bau der "Kanzler-U-Bahn" will die CDU weiterhin nicht verzichten.

gebolze von unten Auf Deutschlands wahrscheinlich einzigem Sportplatz, der quer über einer Straße liegt, veranstalten die Grünen aus Mitte am Samstag, den 29. Juli ein Kleinfeld-Fußballturnier für Hobbykicker. Auf dem Sportplatz Auguststraße wird das erste Spiel wird um 10 Uhr angepfiffen. Erstmals geht auch eine scheinschlag-Mannschaft an den Start. Wer vor uns Brasilianern aus der Ackerstraße keine Angst hat, kann unter fon 2470-3312 noch eine sechsköpfige Equipe anmelden.

steinschlag tv Steinschlag TV berichtet am 26. Juli um 15 Uhr live von der Kastanienallee über Lärm im öffentlichen Raum, über Kneipen, Schließzeiten und Autos. Abends wird das diesmal öffentlich um 21 Uhr mit Begleitprogramm in der "Lohmühle" präsentiert. Sendetermin ist am gleichen Tag um 21 Uhr im OKB.

scheinpause scheinschlag macht eine kurze Sommerpause. Die Printausgabe läuft über sechs Wochen, der nächste gedruckte scheinschlag erscheint also am 24. August. Die Online-Ausgabe macht sogar noch länger Pause. Die Online-Redaktion macht nämlich Flitterwochen.

offene redaktion Wie immer laden wir zum offenen Redaktionstreffen in´s Café Village Voice, Ackerstraße 1a. Über zukünftige Autoren, die z. B. über Stadtpolitik oder Kultur schreiben wollen, freuen wir uns besonders. Aber auch einfach nur Neugierige sind herzlich eingeladen. Das nächste Treffen findet wegen der Sommerpause erst am Samstag, den 12. August um 14 Uhr statt.

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